Gesund durch Herbst und Winter

Interview mit Dr. med. Phillip K. M. Katumba,

Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und

Ärztlicher Leiter des SIHLMED Zentrums für

Integrative Medizin.


«Es ist schwierig zu sagen, welche Virusstämme sich ausbreiten werden»

Grippeimpfung ja oder nein?

Ich beurteile das differenziert und bin sehr zurückhaltend, was die generelle Durchimpfung der Bevölkerung betrifft. Erstens kommt es auf die Virulenz des spezifischen diesjährigen Grippeerregers an. Zweitens ist die Beurteilung des Immunsystems der zu impfenden Person ausschlaggebend. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Impfung von Menschen ab dem 65. Lebensjahr, besonders dann, wenn sie unter schwerwiegenden chronischen Erkrankungen leiden. Das betrifft ebenso Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Schwangere, Säuglinge und das Gesundheitspersonal.

Gibt es einen idealen Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Meistens wird die Impfung ab November empfohlen. Wegen der Immunität der Impfwirkung und den bekannten Grippewellen, welche häufig von Januar bis April dauern, empfehle ich diese Impfung eher im Monat Dezember zu verabreichen.

Wie gross ist der ungefähre Schutz vor einer Grippe nach einer Impfung?

Auch dies ist sehr unterschiedlich. In diesem Jahr konnte der trivalente Impfstoff nur einen 29% Impfschutz im gegensatzt zum quadrivalente Impfstoff von 95% Impfschutz nachweisen.

Zu welchem Zeitpunkt weiss man, gegen welche Erreger man impfen muss?

Ende Februar bestimmt die WHO, welches Erregerspektrum eventuell im nächsten Jahr aktiv werden könnte. Auch der für das Folgejahr produzierte Impfstoff zeigt keinen 100-prozentigen Impfschutz vor dem neuen Viruserreger, weil es sehr schwierig ist einzuschätzen welche Virusstämme sich im Folgejahr ausbreiten werden.

Wie kann man sich persönlich ohne Impfung gegen die Grippe schützen?

Viele Studien konnten so durch einfachen Hygienemassnahme wie die regelmässige Händedesinfektion, das tragen eines Mundschutzes bei Hustensymptomen und Flächendesinfektionen von Kontaktflächen, eine signifikante Eindämmung der jährlichen Grippen-Epidemien nachweisen.

Ich persönlich achte zusätzlich in den Wintermonaten auf warme Kleidung, eine vitalstoffreiche Ernährung, kalt-warm Wechselduschen und wöchentliche Entspannung in der Sauna.